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Ist die Geestemünder Straße die Lösung?

OB hofft am Dienstag auf Mehrheit im Rat

Der Straßenstrich soll auf einem Grundstück an der Neusser Straße / Ecke Geestemünder Straße eingerichtet werden. Das will die Verwaltung dem Rat am nächsten Dienstag vorschlagen - und nimmt von dem noch vor wenigen Tagen genannten Waldparkplatz Abstand. Stadtdirektor Winkelhog hat am Freitagmorgen mit Vertretern von CDU, FDP und Grünen das in Frage kommende Grundstück besichtigt; die SPD war nicht dabei, es gab jedoch auch mit den Sozialdemokraten Gespräche. Polizei und Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) akzeptieren das Areal an der Geestemünder Straße, das wesentlich größer ist als der Parkplatz. Er hoffe, sagte Oberbürgermeister Fritz Schramma, dass nun schnell eine Lösung gefunden und das Thema abgeschlossen werden könne. "Auf meinem Schreibtisch warten andere, wichtige Projekte."

 Lageplan Strassenstrich Nach der zu erwarteten Zustimmung des Rates will die Verwaltung unverzüglich mit den Bau-Vorbereitungen beginnen und den Straßenstrich nach Utrechter Modell "kurzfristig realisieren", mit Sichtschutz, sanitären Anlagen, Notrufsäulen, regelmäßiger Polizeipräsenz und Betreuung der drogensüchtigen Prostituierten durch den SKF. Es sei der Verwaltung bewusst, das ,sich gegen jeden Ausweichstandort Kritiker finden werden, unabhängig davon, wo sich dieser Standort befindet". Intensive Gespräche mit Vertretern des an das rund 40 mal 200 Meter große Grundstück angrenzenden Golfvereins und umliegender Firmen einige haben bereits kritische Briefe an den OB geschrieben, sollen so bald wie möglich geführt werden, sagte Stadtsprecher Karlheinz Merfeld.

Offiziell teilte die CDU am Freitag mit, sie werde sich an der "aufgeheizten Diskussion" vorerst nicht beteiligen und sich "erst nach Vorliegen des schriftlichen Verwaltungsvorschlages positionieren". Es gilt als sicher, da ss sie sich ebenso wie die FDP und eventuell auch die Grünen dem Verwaltungsvorschlag anschließen werden. Die SPD, die sich vehement gegen den Waldparkplatz in Longerich ausgesprochen hatte, lässt offen, wie sie entscheiden wird.

Auf die Proteste im Kölner Norden hat der erneute Standortwechsel keinen Einfluss. Stefan NixPauleit von einer Interessengemeinschaft gegen den Strich sagte am Freitag, das nun in Rede stehende Areal liege genau gegenüber dem bisher vorgeschlagenen und berge die gleichen Probleme. Die Lösung sei fachlich nicht sauber vorbereitet und ohne Abstimmung mit den Bezirksvertretern gefallen; Nix-Pauleit zieh die Verwaltung der Unprofessionalität. Am Sonntag um 14 Uhr haben Strich-Gegner zu einer Demonstration in Longerich aufgerufen. Einige Mitglieder der Laufgemeinschaft, die zu den ersten Gegnern gehörten, scheinen indes den Strich an der Geestemünder Straße tolerieren zu wollen.

Utrechter Modell

 Blume / © k-poll.de

Die Diskussion um den Straßenstrich wird überall geführt. In den Niederlanden ist ein Versuch gemacht worden, der auch in Köln auf Interesse gestoßen ist. Angehende Kommissare der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung haben in einer Studie untersucht,ob ein Modell aus Utrecht für Köln übernommen werden kann. Dort wurde in einem Gewerbegebiet am Rande der City eine "Tippel-Zone" eingerichtet. Bis zu 40 Prostituierte können sich auf dem mit Hinweisschildern gekennzeichneten Straßenstrich mit ihren Freiern treffen. Alle Frauen, die anschaffen gehen, müssen sich registrieren lassen. Ein umfunktionierter Truck dient als Ruheraum, wo auch gebrauchte Spritzen eingetauscht werden können. Für den eigentlichen Akt dient der "Afwerksplaats", abgeschirmt hinter grünen Holzwänden sind 14 Kabinen installiert, in denen jeweils ein Auto geparkt werden kann. Die Niederländer haben die Radfahrer nicht vergessen, sie haben ein Extra-Kämmerchen. Nach Erkenntnissen der Studenten könnte ein ähnliches Projekt in Köln auch zur Entlastung der Polizei führen. Derzeit kümmerten sich rund 300 Beamte um den Straßenstrich, in Utrecht sind es wegen der Konzentration auf einen Bereich nur drei.

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