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OB Harry Blum:
"Poll ist für mich weiter ein diskutabler Standort"

Oberbürgermeister Harry Blum hat das Bezirksamt Innenstadt beauftragt, ein Konzept für die Verlagerung des Straßenstrichs aus dem Sperrbezirk in der Innenstadt zu erarbeiten. "Das ist ein drückendes Problem, das dringend an- o gepackt werden muss", erklärte Blum gestern im Redaktionsgespräch bei der Rundschau. Obwohl die Straßenprostitution im gesamten Bereich der Innenstadt verboten ist, gehen nach Erkenntnissen der Stadt im Wohnbereich Clever Straße/ Reichensbergerplatz rund 130 Frauen dieser Tätigkeit nach. Es handelt sich hauptsächlich um junge Drogenabhängige, die auf den Strich gehen, um Geld für Heroin zu bekommen.

Vorschläge werden bis Ende Januar erwartet.

ev. Kapelle Poll / © k-poll.de

Der nächtliche Autoverkehr, den sogenannte "Freier" und Schaulustige verursachen, sorgt für massive Belästigungen der Anwohner. "Hier muss Abhilfe geschaffen werden", betonte Blum. Die Verwaltung sei deshalb beauftragt worden, in Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen wie dem Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) und der Drogenhilfe nach Alternativen zu suchen. Die Vorschläge des SKF sollen bis Ende Januar vorliegen.

Trotz der Kritik von Anwohnern, Bürgerverein und Partei en hält Blum eine Verlegung des Straßenstrichs ins Polier Gewerbegebiet weiterhin für "die diskutable Alternative". Die Straße Am Schnellert könne als "Anbahnungsbereich" genutzt werden. Südlich der Eisenbahnbrücke stehe den Frauen ein Platz für die Abwicklung der Geschäfte zur Verfügung. Dieser könne nach dem Vorbild des "Utrechter Modells" mit speziellen Sichtschutzwänden und Notrufeinrichtungen versehen werden. Die nötige Infrastruktur sei in der Nähe vorhanden, außerdem solle auch der Beratungsbus des SKF. in das Konzept eingebunden werden. "Eine Belästigung der Bürger wäre so weitgehend ausgeschlossen", meint Blum. Er sei bereit., sich zusammen mit Regierungspräsident Jürgen Roters den Fragen der Polier Bürger zu stellen.

"Wir glauben, dass eine Verlegung des Straßenstrichs möglich ist", ist SKF-Geschäftsführerin Monika Kleine zuversichtlich. Eine Entscheidung für einen Standort dürfe aber nicht überstürzt werden. "Dieses Thema muss sehr sensibel mit allen Seiten besprochen werden." Zwingende Voraussetzungen seien eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, ausreichende Beleuchtung, eine Notrufsäule, Sanitäreinrichtungen sowie die ständige Präsenz des "Mäc-up".

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