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Köln - Poll am Rhein

 St. Josef in Poll / ® k-poll.de

St.Josef in Köln Poll / © A. Ackermann

Poll und die holländischen Fischer

Für die Kölner liegt Poll, in südlicher Richtung, direkt hinter Deutz und ist einer der 85 Vororte der Domstadt.

Aber der Reihe nach und in chronologischer Folge.
Das Fischerdorf am Rhein wurde erstmals 1003 n. Chr. unkundig erwähnt. In den alten Steuerbüchern der Benediktinerabtei, im Kastell zu Deutz, ist der erste entsprechende Eintrag nachzulesen. Der Kölner Erz Stift verpachtete den Poller Fischern bestimmte Gewässerabschnitte von Poll bis zur Deutzer Pfarrkirche, die "Fischerei Gerechtsame". Hinweg über Jahrhunderte lieferten die Poller landwirtschaftliche Produkte und Fisch. Der Poller Maifisch, eine Heringsart, war besonders bekannt. Hering und Salm erzielten gute Fangergebnisse. Auch die Viehhaltung auf den Poller Wiesen gehörte zum damaligen Dorfbild dazu. Die Produkte für den Endverbraucher brachten die Poller Milchmädchen mit Eseln in die Stadt.

Das Gebiet um den Ort Poll umfasste 1 500 Ansiedlungen zu beiden Seiten der Poller Hauptstraße, zwischen dem heutigen Kirchplatz und dem Rhein. Der Dorfmittelpunkt war an der jetzigen Kreuzung Maifischgasse - Müllergasse - Hauptstraße - Weingartengasse. Seinerzeit gab es zwölf Häuser in Dorf Poll.

Um 1850 war die Grenzziehung etwa in Höhe der Wasserfeldstraße - Siegburger Straße - Weingartengasse - Lehmkuhler Weg - Rheinallee (Alfred-Schütte-Allee) - Käulchensweg und Siegburger Straße. Der Ort teilte sich in Ober- und Unterdorf. Zu dieser Zeit zählte Poll 962 Einwohner.

Mit der Eingemeindung am 1. April 1888 nach Köln wurde das Dorf Poll und das Weiler Rolshoven zum neuen Ortsteil Köln-Poll zusammengefasst. Die Stadt Köln war damals sehr um den Ortsteil bemüht. Strassen wurden gepflastert und vieles mehr getan. Einige Jahre später, in 1897, richtete man die Pferdebahn von Deutz nach Poll ein.

Seit 1972 liegt Poll in den Grenzen: Östlicher Zubringer A559 - Autobahn A4 [Rodenkirchener Brücke] - Rheinufer - [Südbrücke] Am Schnellert/Wissener Weg - Deutz-Poller Friedhof. Die Einwohnerzahl in diesem Jahr betrug 10 800 Bürger.

1974 wurde auch die Kleinstadt Porz am Rhein nach Köln eingemeindet. Im Zuge dieser Neuordnung wurde dann Poll in den Stadtbezirk 7 / Porz verschoben oder auch " eingemeindet". Diese Veränderung war nicht unbedingt Polls Vorteil. Die Poller orientierten sich in Richtung City und Deutz, obwohl ihre Verwaltung genau am anderen Ende liegt!

Poll befindet sich nur ein paar Auto- beziehungsweise Straßenbahn-Minuten von der Stadtmitte und der sich neu entwickelnden Deutzer City entfernt. Mit zwei Autobahnanschlüssen (A4 und A559) hat der Ort eine weitere, sehr gute Verkehrsanbindung. Poll setzt sich aus sehr verschiedenen Wohn- und Gewerbegebieten zusammen.

Rolshoven, der Name des zweiten Ursprungsortes des heutigen Poll, ist etwas in Vergessenheit geraten. Der Name ist nur noch in Straßen- und Gemarkungsnamen vorhanden.

 TÜV Rheinland / © k-poll.de

TÜV Hochhaus / © A. Ackermann

Hier eine nicht ganz vollständige Aufzählung:

Jedes dieser Gebiete, jede dieser Siedlung hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Seele. Es wären noch viele Beispiele zu nennen. Poll ist ein interessanter und lebendiger Ort der sich weiterentwickelt. Der Stadtteil Köln-Poll gehört zum Stadtbezirk 7 - und ist wie gesagt einer von 85 Vororten Kölns.

Nur eine Zahl: Im Jahre 2002 hatten wir in Poll 11 490 Einwohner.

Die Poller Wiesen wurden im Jahre 2005 in die Bodendenkmalliste des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Der Katholische Weltjugendtag im selben Jahr und der Deutsche Evangelische Kirchentag 2007 fanden auf den Poller Wiesen statt. Sie waren Versammlungsort für viele tausend Menschen. Selbst das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI war per Schiff vor Ort.

Wenn wir den alten Volkssagen und den Überlieferungen folgen, sind holländische Fischer bei der Suche nach neuen Jagdgründen hier gelandet. Das Gebiet erschien ihnen als günstig und ertragreich. Die ersten Häuser müssten an der einzigen Straße, die zum Rhein führte, gelegen haben. Sie lag im Bereich des heutigen Kirchplatzes und der Maifischgasse.

Wir wissen eigentlich zu wenig über die Entstehung des Ortes und über die erste Ansiedlung von, wahrscheinlich, holländischen Fischern. Bedingt durch die Fischer ist es nahe liegend, dass über das holländische Wort "Polder" (eingedeichtes Land) der Name Poll entstand. In den ersten geschichtlichen Unterlagen findet man auch die Bezeichnung "Villa Polla", was in der jetzigen Sprache "Dorf Poll" bedeutet.

Quelle: Kleine Poller Chronik; Poller Geschichte(n), Paul Reucher

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